Seeluft
Seeluft
salziges Geheimnis
voller Töne
seltsam
Seeluft
stürmt die Seele
Seeluft
schmeckt
nach Wohlbefinden
nach Farben
voller Heiterkeit
klar und wuchtig
und gelassen
ganz grundsätzlich
rauh und schön
Seeluft ist nicht
zu vergleichen
Seeluft ist
Faszination
Bernd Standhardt 2009 Rostock
Foto und Bearbeitung: Bernd Standhardt
Wohin
Scheinbar träge
schiebt sich das Schiff
vorbei an den letzten Häusern
Menschen winken
weinen, rufen
mancher Abschied, ein Abschied
für immer
für manchen die letzte Reise
Fahrt ins Ungewisse
hoffnungsvoller Aufbruch
Abenteuer, Neuanfang
ein letztes Tuten
dann viel zu schnell schiebt sich
das Schiff ins offene Meer
verliert sich Richtung Horizont
und seltsam verbunden
verloren
stehen Menschen am Kai
und wissen selber nicht
wohin
Bernd Standhardt 2009 Rostock
Foto: Bernd Standhardt
Eleganz
Muscheln
im Sand
wer hinschaut
sieht
zeitlosen Stil
kunstvolle Formen
und Farben
die sich durch
Wasser
Glanz
verschaffen
sieht kleine Wunder
zum Dahinschmelzen
schön!
Bernd Standhardt 2008 Sluis / Holland
Foto: Bernd Standhardt
Sandgestöber
Der Strand
menschenleer
Wintersturm
und Sonnenschein
Sandgestöber
Muscheln
in kleinste Körner
eingeweht
schön verzierte Kostbarkeiten
wie in den Sand
hinein gekuschelt.
Bernd Standhardt 2008 Sluis / Holland
Foto: Bernd Standhardt
Tausend Segelboote
Der Sturm
treibt den Sand
vor sich her
der fängt sich
in Muscheln
und Steinen
und diese
werfen
Schatten
im Morgenlicht
wie tausend
Segelboote
Bernd Standhardt 2008 Sluis / Holland
Foto: Bernd Standhardt
Meeresstille
Der Tag
geht
Meer rauscht
in blauen Tönen
Leben
ordnet sich
geheimnisvoll
frage nicht
lass es werden
und sei still
Bernd Standhardt 2008
Versteinertes Teilstück eines Belemniten Länge 1,8 cm
Foto: Bernd Standhardt
Kostbarkeiten
Mit jeder Wellen
neuer Strand
neue bunte Steine
kleine nasse
Kostbarkeiten
edler Schatz
Miniatur
leuchtet
glitzert
und vergisst
sich ganz
in seiner bunten Welt
Bernd Standhardt 2008
Weite
Gelassene Weite
Wind
weht sich
in meine Haare
kleine Boje
tanzt im Wasser
weit entferntes
Leuchtturmfeuer
Möwen schaukeln
sanft im Wind
die Stille ist
nicht lautlos
und sie plätschert
mich in tiefe
schöne Träume
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Wasserschwünge
Wellen
werfen sich
dem Strand entgegen
wilder Ritt
aus weißer
Gischt
immer neue
Wasserschwünge
die sich heiter
übertreffen
Energie wie ein
Gelächter
und ein Tag
voll Sonnenschein
Bernd Standhardt 2008
Frieden
Der Himmel
schimmert sich
der Nacht entgegen
kühle Brise
zieht vorbei
Strandkörbe
wie hingewürfelt
ein Lagerfeuer
mittendrin
Frieden ist
am Strand
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Scherbe
Zwischen
Muscheln, Sand
und Steinen
leuchtet
eine grüne Scherbe
könnte sie erzählen
wo sie einst zerschellt
welche Kontinente
welche Meere
sah sie schon
waren es Fischerboote
Segelyachten
Kreuzfahrtschiffe
Männer, Frauen, Kinder
Matrosen, Schnösel oder Trinker
wer hat die Flasche
mal gekauft
zu der sie
gehörte
war sie voll Wein
voll Bier
voll Wasser
oder losgeschickt
auf eine Reise
als sehnsuchtsvolle
Flaschenpost
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Ausgeruhter Tag
Hör nur hin
nicht nur das Rauschen des Meeres
auch das leise Schmirgeln
des Sandes
das Kratzen
der Muschelschalen am Stein
der Flügelschlag
der Möwen
das ferne Tuten
eines Schiffes
das Flattern
der Fahnen im Wind
das Schieben
der Steine in den auslaufenden Wellen
das Knarzen
der Bäume am Ufer
das leise Wispern
der Blätter
das Schlagen
der Wellen am Fels
hör nur hin
das sind Geräusche
jenseits von Hektik und Getöse
das ist das wohlige
Gähnen
eines ausgeruhten Tages
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Schlafen am Strand
Wie schön am Mittag
zu schlafen am Strand
sanfte Brise wiegt das Meer
Klangfetzen
von Kinderlachen
von Spaziergängern
und Straßenmusikanten
an der Uferpromenade
vermischen sich zu einem Traum
aus salziger Luft
und Sand in den Haaren
und wie ein Segelboot
auf den Wellen
schaukelt der Traum
mit mir davon
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Wieder am Meer
Wieder am Meer
wieder hungrig
und schläfrig
und träge
wieder lange am Strand
wieder Krabben
genießen
und den unendlichen
Blick in die Wellen
wieder mit nackten Füßen
Sand spüren
und Muscheln
und Steine
wieder die Augen schließen
und den unverwechselbaren
Duft in sich
strömen lassen
wieder sich schwören
wiederzukommen
einfach wieder ans Meer
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Abend
Ruhiges Meer.
Zur einen Seite
blaurötlicher Abend
und am anderen Rand
treffen sich
Himmel und Meer
in sanften
blauen Tönen
und ein hell beleuchtetes
Schiff zieht
wie von einem unsichtbaren
Seil gezogen
seine Bahn am Horizont
wird langsam kleiner
und verschwindet ganz
mit ihm nimmt auch
der Tag Abschied
und überlässt sich nach und nach
der Nacht
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Sommertag
Sommertag
Wäsche flattert strahlend im Wind
wer kann sucht sich
einen bunten Liegestuhl
und einen stillen Fleck im Garten
nach und nach
färbt sich der Himmel
milchig weiß
drückend die Luft
Hitze steht
dann grau
und dunkel drohend
und wie auf ein
geheimes Zeichen
schallt Donner
und
fällt schwerer Regen
kühl zieht die Luft um die Häuser
der Wind spielt in den Feldern
biegt tausende von Halmen
zu großen weiten Wellen
und wirft sie hin und her
und viele Stunden später
liegt silbergrau
die See
als sei nichts gewesen.
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Wind
Wind!
Segelboote schwärmen aus.
Wie in einer übergroßen Badewanne
weiße, gelbe, rote Segel.
Bunte schöne
Leichtigkeit
ein Tanz aus
lauter Booten
als wollten sie
das Wasser dekorieren
so wird das Meer
zum lebenden Gemälde
und weckt für morgen
einen Wunsch:
Wind!
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Abbruchkante
Abbruchkante
der letzte Sturm
war gnädig
mit einigen Bäumen
sie neigen sich schon
dem Meer entgegen
als würden sie warten
Ausschau halten
Wurzeln recken sich
ins Leere
der Boden
schon aufgebrochen
dramatisch schön
und seltsam gelassen
stehn sie im Wind
wie auf einer Bühne
für ein Schauspiel
vom Tod
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Spülsaum
Der Spülsaum
Fundbüro des Meeres
jeden Tag
ein Stückchen
vom Geheimnis
das die See in sich birgt
Muscheln
bunte Scherben
Unrat und Verlorenes
Holz fantastisch schön gewaschen
Steine rund geschliffen
ein Kinderschuh
stark verwittert
eine alte Planke
voller Algen
und bizarr geformtes Eisen
ein Netz
und Teile eines Seiles
ein Flaschenhals noch mit Verschluss
ein Stück von einer Zeitung
und ein Skelett von einer Möwe
ein kleiner bunter Ball
und rostig eine Schraube
Blasentang
Seeigel
und leere Schneckenhäuser
Mosaik für Momente
mit jeder Welle neu gestaltet
Bernd Standhardt 2008
Foto: Bernd Standhardt
Der Regen
Der Regen ist
ein alter Clown
er sprenkelt alle
Steine
frech frischt er
ihre Farben auf
besprüht den ganzen Strand
legt sich mit tausend
feinen Perlen
in sattes Wiesengras
und macht es schmuck und edel
und als die Sonne stärker wird
da zieht er
schmunzelnd weiter
Bernd Standhardt 2008